Archiv für Juli 2010

Start der S4-Mobitour

In den Räumlichkeiten des AStA der Technischen Universität Dortmund fand gestern, am 29.7.2010, eine Mobilisierungsveranstaltung für die Gegenaktivitäten zum so genannten „Nationalen Antikriegstag“ statt. Der Vortrag war der erste Termin unserer Mobilisierungstour, die uns im August in zahlreiche Städte führen wird.

Zwei Referent_innen des S4-Bündnisses erläuterten und analysierten die Ursprünge, Strukturen und Akteur_innen der heutigen Dortmunder extremen Rechten und stellten die bisherigen Planungen der Gegenaktivitäten für den Neonaziaufmarsch Anfang September vor. Außerdem wurde noch einmal auf die Bedeutung hingewiesen, diesen für die AN-Szene bundesweit wichtigsten Aufmarsch zu verhindern.

Im Vorfeld dieser Veranstaltung wurden in der Nacht zum Mittwoch vier Scheiben des AStA-Seminarraums – vermutlich von Neonazis – eingeschmissen. Dieser Anschlag offenbart einmal mehr die zunehmende Frustration der Dortmunder Neonazis im Vorfeld der Aktivitäten um den Antikriegstag. Dass wir uns von neonazistischen Aggressionen nicht beeindrucken oder gar einschüchtern lassen, hat die mit etwa 30 Teilnehmer_innen gut besuchte Veranstaltung gestern gezeigt.

Wenn ihr auch noch Interesse an einer Infoveranstaltung des S4-Bündnisses habt, dann schreibt uns einfach eine E-Mail an s4[at]nadir.org. Gerne referieren wir auch in einer Stadt in verschiedenen Läden, Zentren und Cafés bzw. bei unterschiedlichen Anlässen mehrmals.

In den nächsten Wochen finden bis zum 04. September 2010 an folgenden Orten Vorträge statt:

siehe Mobi Seite…

Zum Stand der Dinge

Ein knapper Monat ist seit dem Start unserer diesjährigen Kampagne gegen den Naziaufmarsch am 4. September vergangen. Zeit für eine Zwischenbilanz und eine Einschätzung der aktuellen Situation in Dortmund:
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Korrektur zum Bericht “Naziübergriff am 19. Juli an der Möllerbrücke”

Leider mussten wir feststellen, dass die Informationen zum Übergriff auf den Punk, die uns zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorlagen, falsch waren. Hierzu stellen wir richtig: Es waren KEINE Angreifer_innen aus dem extrem rechten Milieu, die den Punk am 19. Juli tätlich angegriffen haben.

Aus diesem Grund wurde der Artikel bis auf Weiteres entfernt. Wir bemühen uns darum, die eigentlichen Umstände des Übergriffs und der Informationsvermittlung zu klären und informieren Euch sobald wie möglich über den Vorfall.

Das alles macht es für das Opfer nicht besser, und wir wünschen ihm weiterhin alles Gute.

Einen Artikel der Ruhr Nachrichten zu diesem Vorfall findet ihr hier.

+++ infoupdate #2 +++

+++ Ein Wisch der Polizei verweigert uns den HBF – wir wollen weiterhin von dort starten und werden klagen! Mehr dazu später. +++ Verlinkt uns! Banner sind in der Mobi-Sektion +++ Myspace: Antifa Action Days 2010 & become a myspace-friend of the S4-Bündnis +++ Da wo früher ein Neonazi-Graffiti für den Aufmarsch im September warb, prangt heute in ca. 8m x 2m großen Lettern das Logo des S4-Bündnisses an der B1-Ausfahrt Dortmund-Dorstfeld/Universität +++ Bonustrack: Solidarische Grüsse nach Essen an die mittlerweile geräumten Besetzer_innen +++

Bericht zur gestrigen „Pro NRW“-Kundgebung

Bereits um 11 Uhr am heutigen Samstag glich das Gebiet um den Hörder Clarenberg einem Sperrgebiet. Mit Polizeieinheiten aus Dortmund und weiteren Städten Nordrhein-Westfalens wurden Vorbereitungen getroffen, um die Kundgebung der rassistischen „Bürgerbewegung Pro NRW“ von den angekündigten Protesten zu trennen. Im Folgenden eine Zusammenfassung des Tages.

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Push them Back²

Was geht am Samstag?
Am Samstag, dem 17. Juli, will die selbsternannte „Bürgerbewegung Pro NRW“ in Dortmund-Hörde eine Kundgebung gegen eine im Bau befindliche Moschee in Dortmund Hörde abhalten. Nachdem sich Pro NRW zuletzt im Landtagswahlkampf mit einer groß angekündigten Kundgebungstour lächerlich gemacht hat, versuchen sie nun erneut in der Region Fuß zu fassen.

Wer ist Pro NRW?
Mit der „Bürgerbewegung Pro NRW“ soll das Erfolgsmodell von Pro Köln auf ganz Nordrhein-Westfalen ausgedehnt werden. Zwar gibt es außerhalb des Rheinlandes bislang nur einzelne Kreisverbände der Partei, Ziel ist jedoch die landesweite Verankerung und der Einzug in den Landtag. Die Strategie ist überall dieselbe: Lokale Konflikte werden aufgegriffen und zugespitzt, um das rassistische Potential vor Ort zu mobilisieren. Das Vorbild der Schweizer Kampagne zum Minarettverbot im Blick, gewinnt jedoch zunehmend das Globalthema „Wir gegen den Islam“ an Bedeutung. So auch in Hörde: Pro NRW versucht mit ihrer Agitation gegen die Moschee bei den Anwohner_innen auf gesellschaftlich vorhandene Ressentiments gegen als „fremd“ wahrgenommene Menschen zurückzugreifen.

Die Facts:
Pro NRW wird sich um 12 Uhr an der Kreuzung Benninghofer Straße / Goymark treffen. Die Veranstaltung soll um 15 Uhr beendet werden. Pro NRW erwartet bis zu 200 Sympathisant_innen zu ihrer Kundgebung.

Der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus veranstaltet zwischen 12 und 14 Uhr eine Kundgebung am Clarenberg.

Das Bündnis Dortmund stellt sich quer will um 11 Uhr am Hörder Bahnhof mit einer Demonstration zur Kundgebung des Arbeitskreises ziehen. Hier rechnet man ebenfalls mit 200 Teilnehmer_innen.

Was tun?
Das Dortmunder Antifa-Bündnis ruft dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen. Vom Antifaschistischen Medienzentrum wird es, wie auch bei vergangenen Antifaprotesten, einen Ticker geben, den ihr hier abrufen könnt. Nutzt die angemeldeten Kundgebungen als legale Anlaufpunkte und versucht so nah wie möglich an die Rassist_innen von Pro NRW heranzukommen, um ihre Kundgebung ein weiteres Mal zum Desaster zu machen.

Unterstützer_innenliste

Folgende Gruppen unterstützen den Aufruf des S4-Bündnisses:
(Wenn ihr auch unterstützen wollt: E-Mail an s4@nadir.org)

Stand 29.08.2010

Unterstützer_innen der S4-Aktionen:

a2k2 [westliches Rurgebiet] / et2c (Münster) / antifa [ak] moers / salon des communistes düsseldorf

+++ infoupdate #1 +++

+++ Ab Morgen werden Flyer und Plakate verschickt +++ Der Mobi-Jingle ist online +++ Wollt ihr auf die Unterstützer_innenliste für unseren Aufruf? Oder wollt ihr bei euch einen Mobivortrag veranstalten? Dann schickt einfach eine E-Mail an s4@nadir.org +++ Bonustrack: Dortmund ist Haupstadt der abgeknickten Fahnen ;) +++

Rückblick auf die Proteste im letzten Jahr

Hier der Video-Rückblick des s5-Bündnisses auf die Ereignisse und Proteste rund um den „Nationalen Antikriegstag“ 2009:

Den direkten Video-Link findet ihr hier.

Bericht vom Protest gegen die Nazikundgebung am 8. Juli

Das hatten sich die Dortmunder Neonazis mit Sicherheit anders vorgestellt. Ihrem Aufruf zu einer Kundgebung mit dem Thema: „Gegen Steuergeldverschwendung, Parteienfilz und Vetternwirtschaft“ folgten am heutigen Donnerstag, dem 08.07.2010, circa 60 Anhänger_innen der so genannten „Autonomen Nationalist_innen“ aus Dortmund und Umgebung. Die Stadt Dortmund hatte einige Tage zuvor bekannt gegeben, dass sie ein Haus an der Rheinischen Straße gekauft hat, dessen Gewerbefläche im Erdgeschoss die Dortmunder Neonazis seit ca. einem Jahr als ein „Nationales Zentrum“ nutzen. Die Neonazis wollten „diese Vorgänge jedoch nicht schweigend hinnehmen“. Symbolisch wollten Dennis Giemsch und sein Anhang deshalb heute, zeitgleich zur Ratssitzung in der über den Verkauf städtischer Gebäude zur Kassenaufbesserung besprochen wird, eine Kundgebung abhalten und hofften dabei auch innerhalb der Bevölkerung auf viel Zuspruch. Dieser bleib wie zu erwarten aus und so traf sich der immer gleiche braune Haufen und blieb weitgehend unter sich.

Dem Aufruf Dortmunder Antifaschist_innen, die Nazis bei der diesjährigen Dortmunder Vuvuzela-WM zu übertönen, folgten zeitweise 200 Menschen. Diese fanden sich allmählich gegen 18:30 Uhr an der Sparkasse oberhalb der Katharienentreppen ein und bewiesen ordentlich Puste. So gelang es, trotz einer strikten Trennung von Neonazis und Gegendemonstrant_innen durch die Polizei, die Rechten zu isolieren und die Redebeiträge durch eine Menge Krach kaum hörbar zu machen.

Für Passant_innen war die Kundgebung wohl eher ein Ärgernis. Wer über die Katharinenstraße in die Innenstadt gelangen wollte musste eine Art „Nazitunnel“ durchqueren, in dem die Neonazis sich, von der Polizei geschützt, mit ihren Fahnen und Parolen versuchten in Szene zu setzen.

Nach langweiligen zwei Stunden hatten die Nazis dann genug. Gegen 20:30 Uhr beendeten sie ihre Kundgebung und packten ihre Sachen. Team Green leitete sie anschließend mit der S-Bahn zurück nach Dortmund-Dorstfeld.

Alles in allem ein recht gelungener Tag, denn oftmals halten die Dortmunder Nazis ihre Kundgebungen am Hauptbahnhof ohne breiteren Protest ab. Eine substantielle Störung – wie vor ein paar Wochen bei „Pro NRW“ – war heute leider nicht drin, aber wir werten das schonmal als ein gutes Zeichen für den September, dass spektrenübergreifend und auch unter Beteiligung von Leuten, die nicht in antifaschistischen Gruppen organisiert sind, protestiert wurde.