Polizei verbietet Nazidemo am Samstag

Der Artikel wird ständig aktualisiert. Stand: 16:30

Wie soeben auf der Pressekonferenz der Polizei vermeldet wurde ist die Demonstration der Dortmunder Neonazis am Samstag verboten worden.

Hintergrund ist offenbar ein Sprengstofffund bei einem Mitglied der rechten Szene. Bereits am 1. Mai wurde laut Angaben der Polizei bei einer Demonstration der rechten Szene Sprengkörper gefunden. Sie waren in der Nähe eines Zeltes, in dem Teilnehmer der Demo durchsucht wurden, abgelegt worden. DNA-Spuren die an den sichergestellten Sprengkörpern gefunden wurden gehören zu einem Aachener Neonazi.
Der Verdächtige hatte sich in den letzten Tagen mehrfach in Dortmund aufgehalten. Er übernachtete in einer Neonazi-Wohngemeinschaft in Dortmund-Dorstfeld und beteiligte sich an mehreren Aktionen der Nazis, unter anderem an einem Überfall auf die alternative Kneipe Hirsch-Q in der Dortmunder Innenstadt. Gestern schlug dann die Polizei zu und verhaftete den Verdächtigen.

Bei dem in Aachen festgenommenen Neonazi handelt es sich offenbar um Falko Wolf, ein Mitglied der Kameradschaft Aachener Land. Wolf ist kein Unbekannter: Er saß bereits wegen Körperverletzung im Jugendarrest. Während der Gewaltwelle der Aachener Nazis in diesem Sommer fiel er als einer der Hauptakteure auf. So war er es, der Anfang Juni aus seinem Auto heraus mit einer Steinschleuder Stahlkugeln auf Besucher_innen des Autonomen Zentrums Aachen schoss. Aus demselben Auto schoss wenige Tage später der Aachener Neonazi Timm Malcoci mit einer Gaspistole auf BesucherInnen des Autonomen Zentrums Aachen. Falko Wolf war der Fahrer. Auch bei anderen Angriffen auf das AZ wurde Falko Wolf beobachtet, einmal trug er dabei einen mittelalterlich anmutenden Morgenstern.

In den letzten Tagen hat es immer wieder Gewalttaten und Drohungen ausgehend von den Dortmunder Neonazis gegeben, so wurden z.B. ein engagierter Dortmunder Bürger mehrfach bei seiner Arbeit als Taxifahrer überfallen und bedroht, er solle seine Gegenkundgebung absagen. Am vergangenen Mittwoch versuchten 20 Neonazis die alternative Kneipe “Hirsch-Q” in der Dortmunder Innenstadt zu überfallen, konnten aber von den Gästen zurückgedrängt werden. Der nun verhaftete Mann war an diesem Angriff beteiligt und befand sich unter den 5 nach dem Angriff festgenommenen Neonazis.

Die Dortmunder Nazis kündigen bereits an gegen das Verbot zu klagen. Es ist bisher nicht abzuschätzen ob sich die Gerichte der Argumentation der Polizei anschließen. Das Konzert am Freitag ist von dem Verbot bisher nicht berührt.
Für den heutigen Abend haben die Dortmunder Nazis zwei Versammlungen angemeldet:
Um 16:00 Veranstalten die Nazis eine Kundgebung in Oberdorstfeld.
Um 18:30 Wollen sie sich zu einer Demonstration am Hauptbahnhof treffen, um gegen das Verbot zu protestieren.

WICHTIG: Verbote können gekippt werden. Das S4-Bündnis mobilisiert weiterhin und ruft alle Antifaschist_innen dazu auf am 3. und 4. September nach Dortmund zu kommen um gegen den Aufmarsch der Nazis auf die Straße zu gehen.

Links:
NRW Rechtsaußen zu den Durchsuchungen
S4 Artikel zum Angriff auf die Hirsch-Q
Ruhrnachrichten zum Verbot der Nazidemo
DerWesten zum Verbot der Nazidemo